missionarisch - solidarisch - gerecht

 
Kriterien der Missionare vom Kostbaren Blut für die Leitbildentwicklung am Gymnasium St. Kaspar Neuenheerse

 

Präambel

Kaspar del Bufalo.
Die vorliegenden Punkte geben Kriterien wieder, die für die Missionare vom Kostbaren Blut als Träger des Gymnasiums St. Kaspar grundlegend sind. Sie sind entstanden aus den Fragen, woran ist unsere Schule als Schule der Missionare vom Kostbaren Blut erkennbar?
 
Diese Kriterien im konkreten Schulalltag auszubuchstabieren ist deren Bitte an das Kollegium, an SchülerInnen und Eltern in dem anstehenden Prozess der Leitbildentwicklung und der daraus folgenden Neufassung einer Schulordnung.
 
Frageinteressen und Schwerpunkte möglicher anderer Leitlinien sind dadurch nicht berührt und sollen auch nicht durch diese ersetzt werden.
 
Grundsätzlich gilt:
Das Gymnasium St. Kaspar soll ein Ort sein, an dem
  • Schülerinnen und Schüler ihre Würde als Mensch erfahren,
  • über die Bedeutung des Gelernten reflektiert wird,
  • die Frage nach der Gerechtigkeit und Solidarität gestellt wird
  • und die Frage nach Gott wach gehalten wird.
 

1. Die Missionarische Dimension

Grundlage

„Bewegt von der Liebe Christi, die sich besonders im Vergießen seines Blutes manifestiert und feinfühlig für die Mission und die Nöte der Kirche gründete der heilige Kaspar del Bufalo ein Priesterinstitut. [...] In dieser Urzelle liegt der Anfang der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut, und aus ihr leitet sich deren Geist ab “ (Grundverfassung CPPS C1)

In lebendiger Treue zu diesem Geist des Anfangs gründeten die Missionare vom Kostbaren Blut 1957 das Gymnasium St. Kaspar und sehen in Trägerschaft und Mitgestaltung der Schule heute eine genuine Weise ihrer Sendung.

Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen an dieser Sendung teil.

Ziel dieser Sendung ist es, St. Kaspar zu gestalten
  • als Ort, an dem die Frohe Botschaft zur Sprache kommt
  • und die Schulgemeinschaft als Teil der katholischen Kirche wahrgenommen werden kann,
  • als Ort selbstverständlich praktizierter Ökumene und Gastfreundschaft
  • und als Erfahrungsraum für junge Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.


Anwendung

  • Religionsunterricht ist an St. Kaspar ein privilegiertes Fach.
  • Glaubensinhalte und ethische Fragen finden Eingang in den gesamten Fächerkanon.
  • Über die Wissensvermittlung hinaus begegnen Schülerinnen und Schüler dem Evangelium in einem gerechten Umgang miteinander sowie in der Praxis des regelmäßigen Gebetes und der Feier des Glaubens in Gottesdiensten und Festen.
  • Christlicher Glaube ist an St. Kaspar erlebbar und erprobbar in gelebter Solidarität und in angemessenen Weisen der Konfliktbewältigung.
  • Seelsorge für die Schulgemeinschaft ist ein integraler Bestandteil des Lebens an St. Kaspar. Dafür zeichnen die Missionare vom Kostbaren Blut Verantwortung. In je eigener Weise wissen sich darüber hinaus alle Lehrerinnen und Lehrer diesem Auftrag verpflichtet.
  • Der Reichtum und die Vielfalt der Kirche werden in einem geschwisterlichen Umgang mit Gliedern anderer christlicher Konfessionen erlebbar. Der Dialog mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Geschwisterkirchen wird gepflegt, auf deren Bedürfnisse wird so weit als möglich Rücksicht genommen.
  • St. Kaspar ist ein Ort, an dem auch ungetaufte Schüler und Schülerinnen willkommen sind. Sie kommen hier in Berührung mit der Botschaft des Evangeliums und werden ermutigt, sich dem Ruf Gottes zu stellen.
 

2. Die Dimension: Friede, Gerechtigkeit und Achtsamkeit gegenüber der Schöpfung

Grundlage

„Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. Er vereinigte … und riss durch sein Sterben die trennende Mauer der Feindschaft entzwei.“ (Eph 2,13f)
„Die Kongregation widmet sich im missionarischen und apostolischen Auftrag der Kirche dem Dienst am Wort, der die Sorge um Menschenwürde, Gerechtigkeit, Friede und die Bewahrung der Schöpfung einschließt.“ (Grundverfassung CPPS C3)
 
Die Mitarbeit am Aufbau des Reiches Gottes im Einsatz für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden ist Auftrag aller Getauften.
 
In einem umfassend verstandenen Bildungsauftrag sollen Schülerinnen und Schüler an St. Kaspar sensibilisiert werden für die Würde eines jeden Menschen, für einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung, für echtes Mitleid mit Benachteiligten und Unterdrückten in ihrem unmittelbaren Lebensraum und im globalen Gefüge der Völker. Sie sollen kompetent werden in Friedensarbeit und im Aufbau gerechter Strukturen.
 

Anwendung

  • Regeln und Strukturen an der Schule sollen so gestaltet sein, dass sie ein gerechtes und solidarisches Zusammenleben fördern und schützen.
  • Ein solidarischer Umgang innerhalb des Kollegiums ist Voraussetzung für eine glaubwürdige Vermittlung dieses Wertes an die Schülerinnen und Schüler.
  • Im Kollegium gilt das Subsidiaritätsprinzip.
  • Rassismus, Mobbing und andere Formen ungerechter Gewalt haben an St. Kaspar keinen Platz.
  • Eine gerechte und hilfreiche Streitkultur wird weiterentwickelt. Kompetenz zum Friedenstiften und zur Versöhnung wird gelehrt und praktiziert.
  • Um für diesen Maßnahmen Raum zu schaffen, bitten wir das Kollegium, die Einrichtung einer Verfügungsstunde zum Wochenanfang voranzutreiben.
  • Sozialpraktika sind Bestandteil der Ausbildung an St. Kaspar.
  • Darüber hinaus nehmen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer im gemeinsamen, sozialen Engagement teil an der Option Jesu Christi für die Armen.
  • Die Themen globale Gerechtigkeit und ökologische Achtsamkeit finden Eingang im gesamten Fächerkanon. Exemplarisch werden dazu soziale Brennpunkte in Ländern der sog. Dritten Welt, in denen die Missionare vom Kostbaren Blut engagiert sind, dargestellt und auf solidarische Aktionen hin überprüft.
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