Konzept „Vertretungsunterricht“

 

Grundlagen des Vertretungsunterrichts

Zum schulischen Alltag gehört es, dass durch Erkrankung, Klassenfahrten, Wandertage, Fortbildungen usw. Lehrkräfte ihren stundenplanmäßigen Unterricht nicht erteilen können. Mit Blick auf das Stichwort „Verlässlichkeit“ beruht das Vertretungskonzept des Gymnasiums St. Kaspar auf folgenden grundlegenden Zielvorstellungen:

  1. In Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Regelungen soll die Anzahl der Vertretungsstunden möglichst gering gehalten werden.
  2. Vertretungsunterricht soll für die Schülerinnen und Schüler eine sinnvolle Arbeitszeit sein.
  3. Die durch Vertretungsunterricht anfallende zusätzliche Belastung für Kolleginnen und Kollegen muss überschaubar und zumutbar sein (3-Stunden-Regelung als rechtlicher Hintergrund).

In der Sekundarstufe I werden am Gymnasium St. Kaspar mit Blick auf die Rahmenregelungen möglichst alle ausfallenden Stunden vertreten; dies gilt auch für die sogenannten Randstunden. Ausnahmsweise erfolgt kein Vertretungsunterricht für die 6. Stunde, wenn z. B. aufgrund eines hohen Krankenstandes keine Vertretungskraft zur Verfügung steht bzw. die zumutbare Belastung für betroffene Lehrerinnen und Lehrer überschritten wird. In diesem Fall wird für die jeweilige Klasse eine Fahrschüleraufsicht eingesetzt; dies gilt insbesondere dann, wenn in mehreren Klassen die 6. Stunde nicht vertreten werden kann.

In vorhersehbaren extremen Vertretungssituationen (z. B. krankheitsbedingter Ausfall von vier und mehr Unterrichtsstunden in einer Klasse) kann einer Klasse ein sogenannter Studientag zugewiesen werden (maximal einmal pro Halbjahr). Dabei bearbeiten die Schülerinnen und Schüler an diesem Vormittag die ihnen von den Fachlehrern gestellten Arbeitsaufträge zu Hause.

In Übereinstimmung mit der Allgemeinen Dienstordnung (ADO) orientiert sich der Einsatz der Vertretungslehrer nach folgender Reihenfolge:

  1. Vertretungsunterricht erfolgt durch diejenigen Kolleginnen und Kollegen, bei denen wegen Abwesenheit einer Klasse (z. B. Wandertag, Praktika) oder wegen erfolgter Abschlussprüfungen Ausfallstunden anfallen (ADO §11 Abs. 4).
  2. Vertretungsunterricht erfolgt durch die Lehrkräfte, die selbst in der Klasse, in der Unterricht ausfällt, unterrichten (klassenorientierte Vertretung).
  3. Vertretungsunterricht erfolgt durch Lehrkräfte, die das ausfallende Unterrichtsfach unterrichten (fachorientierte Vertretung).
  4. Vertretungsunterricht erfolgt durch klassen- und fachfremde Lehrkräfte.

In der Sekundarstufe II ersetzt in der Regel eigenverantwortliches Arbeiten der Schülerinnen und Schüler („EvA“) den Vertretungsunterricht. Bei vorhersehbarem Unterrichtsausfall (falls möglich auch im Krankheitsfall) sorgt die abwesende Lehrkraft unter Mitarbeit des Sekretariats oder auch einer weiteren Lehrkraft für das Bereitstellen des benötigten Materials für das eigenverantwortliche Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Nach entsprechender Vereinbarung mit den jeweiligen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern können die Arbeitsaufträge von der zu vertretenden Lehrkraft auch online bereitgestellt werden. Der eigenverantwortliche Unterricht findet in der Regel im jeweiligen Kursraum statt; sollte sich dieses eigenverantwortliche Arbeiten auf Unterrichtsstunden beziehen, die am Nachmittag liegen, kann die Arbeit von den Schülerinnen und Schülern auch zu Hause geleistet werden.

Organisation des Vertretungsunterrichts

Vorhersehbarer Vertretungsunterricht (z. B. Wandertag einer Klasse) wird spätestens am Vortag durch Aushang im Lehrerzimmer und auf dem Bildschirm im Foyer bekannt gegeben. Alle Kolleginnen und Kollegen und auch die Schülerinnen und Schüler informieren sich vor Beginn des Unterrichts und bei ihrem Unterrichtsschluss über die Vertretungssituation. Hat eine zur Vertretung eingesetzte Lehrkraft beim Aushängen des Vertretungsplanes bereits Unterrichtsschluss, erfolgt eine entsprechende Benachrichtigung durch das Sekretariat. Um gegebenenfalls in einer Vertretungsstunde weiterarbeiten zu können, bringen die Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsmaterial (Heft, Buch) auch dann mit, wenn für das betroffene Fach Vertretungsunterricht angekündigt ist.

Kurzfristig anfallender Vertretungsunterricht

Kurzfristig anfallender Vertretungsunterricht wird vor der 1. Stunde im Vertretungsplan ergänzt. Die erkrankten Kolleginnen und Kollegen melden sich zwischen 7.00 und 7.15 Uhr telefonisch im Sekretariat oder im Laufe des Vortages beim Vertretungsplaner.

Für die erste Stunde ist jeweils ein Bereitschaftsdienst eingerichtet (Anwesenheitspflicht, Ausnahme: Erreichbarkeit der Schule innerhalb von 15 Minuten ist sichergestellt). Bei notwendigen Änderungen des Vertretungsplanes im Laufe des Vormittags werden die von Vertretungsunterricht betroffenen Kolleginnen und Kollegen direkt informiert.

Längerfristiger Vertretungsunterricht

Sollte in der Sekundarstufe I für eine Lehrkraft Vertretungsunterricht für länger als eine Woche anfallen, wird – vorrangig in Fächern mit schriftlichen Arbeiten – der Vertretungsunterricht nach Möglichkeit von einer Fachlehrkraft übernommen, die mindestens zwei der ausfallenden Stunden übernimmt und dafür Sorge trägt, dass der betroffenen Klasse für die weiteren ausfallenden Stunden Arbeitsmaterial bzw. Arbeitsaufträge zur Verfügung gestellt werden (Beispiel: Ausfall von vier Wochenstunden Latein: Zwei Stunden werden von einer Fachlehrkraft unterrichtet, für zwei weitere Stunden gibt diese Fachlehrkraft der Klasse bzw. den Vertretungslehrern Arbeitsaufträge bzw. Material).

In der Sekundarstufe II erfolgt in den Kursen der Qualifikationsstufe spätestens nach zwei Wochen ein fachbezogener Vertretungsunterricht durch eine Fachlehrkraft.

Vertretungsunterricht als sinnvolle Lern- und Arbeitszeit wird sowohl für Lehrkräfte als auch für Schülerinnen und Schüler erleichtert, wenn:

  • die Vertretungslehrkraft von den Kolleginnen und Kollegen, denen Unterricht ausfällt, Arbeitsaufträge für ein selbständiges Weiterarbeiten der Schülerinnen und Schüler erhält. Besonders bei vorhersehbarem Unterrichtsausfall für mehrere Tage (z. B. Klassenfahrt einer Lehrkraft) hat sich das Vorgeben von Arbeitsaufträgen (auch in Form eines Wochenarbeitsplanes) bewährt.
  • die einzelnen Fachkonferenzen eine Sammlung von Unterrichtsmaterialien für Vertretungsstunden anlegen, auf die im Bedarfsfall von den Vertretungslehrern zurückgegriffen werden kann.
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