Grundlagen des Schulprogramms

 
Mindmap Schulprogramm

Geschichte und Einordnung

 
Das Gymnasium St. Kaspar wurde im Jahr 1957 von der Gemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut gegründet, in deren Trägerschaft es bis heute liegt. Schulstandort ist der Ortsteil Neuenheerse, der zur Stadt Bad Driburg (ca. 20.000 Einwohner) gehört. Die erste Heimat der damaligen Internatsschule für Jungen war ein altes Wasserschloss, das ehemalige Abteigebäude des Damenstiftes Heerse. Ab 1959 entstanden nach und nach neue Schul- und Internatsgebäude. Die ersten Abiturienten verließen wegen der Kurzschuljahre schon 1966 die Schule. Das Internat wurde im Sommer 2000 geschlossen.


Grundsätze

 

Auftrag des Schulträgers

 
Die Gemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut ist ein weltweit engagierter katholischer Orden. Die Missionare vom Kostbaren Blut sehen ihre Sendung im Dienst am Glauben, der vor allem die Förderung von Gerechtigkeit und Versöhnung einschließt. So wird in unserer Schule besonders Wert darauf gelegt, das Gespräch und die Begegnung mit anderen Religionen zu pflegen und zu entwickeln.

Diese über die Ökumene hinausgehende Orientierung ist deshalb auch ausdrücklicher Bestandteil des Schulprofils. Sie hat selbstverständlich auch Auswirkungen im Hinblick auf die Zusammensetzung der Schülerschaft und des Lehrerkollegiums.
 
Im Jahr 2009 haben die Missionare vom Kostbaren Blut dem Gymnasium St. Kaspar unter der Kurzformel „missionarisch - solidarisch - gerecht“ das Leitbild der Schule schriftlich ausformuliert, damit die zukünftige Schulprogrammarbeit eine bessere Orientierungsmöglichkeit hat. Die Grundanliegen des Schulträgers, die als „still vereinbarter“ Wertetekonsens in der pädagogischen Arbeit verankert und im Leitbild ausformuliert und akzentuiert sind, durchziehen die Arbeit der Schule auf sehr unterschiedlichen Ebenen. Auch die Fachkonferenzen sollen – soweit entsprechende Freiräume bestehen – die Implikationen des Leitbildes in ihren Curricula aufgreifen.
 

Pädagogische Schwerpunkte

 
In der Umsetzung des vom Schulträger an die Schule übertragenen Bildungsauftrags, der durch die Leitlinien nochmals bestätigt und präzisiert wurde, ist am Gymnasium St. Kaspar im Laufe der Zeit eine Schulkultur entstanden, in der die deutliche religiöse Akzentuierung des Schullebens unterstützt wird durch
  • die Überschaubarkeit der Schulgemeinschaft im Sinne eines „Sich-gegenseitig-Kennen-und-Vertrauens“,
  • „alltägliche“ und selbstverständliche individuelle Förderung und „Betreuung“ sowie
  • die Bereitschaft, sich als Schule in das Gemeinwesen einzubringen und gleichzeitig Impulse von außen als vorwärtsbringende Herausforderungen aufzunehmen,

als weitere wesentliche Eckpunkte der pädagogischen Arbeit.


Bei der Entstehung der pädagogischen Eckpunkte haben die für ein Gymnasium speziellen Bedingungen, unter denen in Neuenheerse gearbeitet wurde bzw. wird, insbesondere die Tatsache, dass die Missionare vom Kostbaren Blut als Schulträger sich ganz alltäglich in die schulische Arbeit einbringen, der Hintergrund der Internatsschule und die Lage in einer kleinen Ortschaft, eine prägende Rolle gespielt. Die überschaubare Größe fördert entscheidend das positive Schulklima.

Bei all dem orientiert sich natürlich auch am Gymnasium St. Kaspar - wie an jedem anderen Gymnasium - die gesamte pädagogische Arbeit an den durch eine solide Allgemeinbildung der Schülerinnen und Schüler und das Ziel der Studierfähigkeit gegebenen Fixpunkten.

Als Schule in katholischer Trägerschaft mit dem Status einer Ersatzschule ist St. Kaspar, wie eben über die pädagogischen Eckpunkte konkreter beschrieben, einerseits ein pastoraler Ort, andererseits aber auch ein Gymnasium, das in das staatliche Schulsystem voll eingebunden¹ ist. Die Spannung, die sich daraus ergibt, wird nicht übersehen; sie muss immer wieder neu bedacht werden, damit sie konstruktiv genutzt werden kann.


Ausstattung und materielle Basis

 

Gelände und Gebäude

 
Das Gymnasium St. Kaspar nutzt ein großes Areal (4 ha) im Ortskern von Neuenheerse. Neben dem eigentlichen Schulgebäude gehören noch eine Turnhalle, große Teile des ehemaligen Internatsgebäudes, ein Rasenplatz und ein Aschenplatz zur Schule; die Turnhalle der benachbarten Grundschule wird vom Gymnasium St. Kaspar mit genutzt. Der große Park (2,5 ha), in dem sich die verschiedenen Gebäude befinden, kann in den großen Pausen von den Schülerinnen und Schülern als erweiterter Pausenhof und bei der Übermittagbetreuung als Freizeitgelände genutzt werden.
 

Einzugsbereich und Schülerherkunft

 
Der Einzugsbereich umfasst ein flächenmäßig großes Gebiet, zu dem viele kleine Ortschaften sowie die Kernstädte Altenbeken, Lichtenau und Willebadessen als Kleinstädte gehören. Schülerinnen und Schüler aus der Kernstadt Bad Driburg und aus der Stadt Paderborn besuchen nur ausnahmsweise das Gymnasium St. Kaspar.
 

Unterrichts-Organisation

 
Das Gymnasium St. Kaspar ist grundsätzlich als zweizügige Schule konzipiert. Gelegentlich lag allerdings die Zahl der in die Jahrgangsstufe 5 aufgenommenen Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren an der oberen Grenze der Zweizügigkeit, manchmal auch geringfügig darüber. Somit werden manche Jahrgänge auch in jeweils drei parallelen Lerngruppen unterrichtet.
Nach wie vor erfolgt der Unterricht am Gymnasium St. Kaspar im 45-Minuten-Takt. Mit Zustimmung der Eltern und der Schülerinnen und Schüler schließt sich der Nachmittagsunterricht nach einer relativen kurzen Pause an den Vormittagsunterricht an.

Da die Schule eine ehemalige Internatsschule ist, stehen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Internats ausreichend Räume für die Angebote der Übermittag- und Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung.


Bereiche - Modelle - Ziele

 
Die folgende Mindmap fasst die wesentlichen Teile des Schulprogramms in einer Art Orientierungskarte zusammen. Die „Karte“ versteht sich nicht als abschließende Beschreibung, sondern als ständige Aufforderung an alle am Schulleben Beteiligten, sich immer wieder neu am Leitbild zu orientieren und sich im „Kreis“ des Leitbildes zu verorten.

Um die Dreiteilung „missionarisch - solidarisch - gerecht“ und darin insbesondere die Beschreibung „solidarisch und gerecht“ im Sinne einer inspirierenden Operationalisierung nutzen zu können, wird dabei die Beschreibung „solidarisch“ tendenziell peer-to-peer-Aktivitäten (Symmetrie) und die Beschreibung „gerecht“ entsprechend top-down-Aktivitäten (Asymmetrie) zugeordnet.
 
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